Enzephalomyelitis disseminata
disseminierte oder
demyelinisierende Enzephalomyelits
Die Enzephalomyelitis disseminata, auch als disseminierte oder demyelinisierende Enzephalomyelits bezeichnet, tritt familiär gehäuft auf, allerdings schwanken die Zahlenangaben dazu zwischen 3 und 12%. Das Risiko einer Erkrankung ist allerdings 15-mal größer, wenn die Enzephalomyelitis disseminata bei Eltern oder Geschwister vorkommt.
Die Enzephalomyelitis
disseminata ist eine relativ häufige Entmarkungskrankheit des zentralen
Nervensystems mit herdförmig regellos verteiltem Markscheidenzerfall,
perivaskulären (= um Blutgefäße
herum) Infiltraten, gliösen
Proliferationen (=
narbengewebsartiger Umbau) und
Narben.
Es liegt ein exogen (= durch äußere
Ursachen) oder endogen
induzierter (= im Körper selbst
entstandener) immunologischer
Prozeß vor. Die Enzephalomyelitis disseminata tritt vorwiegend im 20. bis 50.
Lebensjahr auf.
Die Ätiologie (=
Krankheitsursache) der Enzephalomyelitis
disseminata (disseminierte,
demyelinisierende Enzephalomyelits) ist möglicherweise vielfältig. Angenommen wird u.a. eine
wahrscheinlich im Kindesalter eintretende latente (=
verborgene, schleichende) sog.
Slow-Virus-Infektion, die erst nach Jahren klinisch faßbare
Ausfallserscheinungen hervorruft durch die aus ihr resultierende
Autoaggressionskrankheit (=
verursacht durch Antikörper, die gegen körpereigene Stoffe gerichtet sind).
Krankheitszeichen bei Enzephalomyelitis disseminata
(disseminierte,
demyelinisierende Enzephalomyelits):
pseudoneurasthenisches (= ähnlich
wie eine Schwäche, Erschöpfung des zentralen Nervensystems)
oder
rheumatisches Prodromalstadium (=
Vorläuferstadium), Hirnnervenausfälle
(retrobulbäre Neurit
is
(= Ner venentzündung
hinter dem Augapfel), Augenmuskellähmung,
skandierende (= abgehackte,
schleppende) Sprache, spastische
(=
krampfartige) Lähmungen,
Kleinhirnsymptome (= Störung der
Bewegungsabläufe an Rumpf und Be inen, Falltendenz),
Sensibilitäts- (= Empfindungs-),
Blasen- und Mastdarmstörungen, Euphorie und später Demenz
(=
Verlust erworbener intellektueller Fähigkeiten).
Der Verlauf ist schubweise mit Remissionen (=
vorübergehende Besserung) oder
chronisch-progredient (= langsam
zunehmend), bisher keine kausale
(= auf die Ursache gerichtete) Therapie
möglich.
Synonyme
(= weitere
Bezeichnungen für die gleiche Krankheit) für die Enzephalomyelitis
disseminata sind:
Mul
tiple
Sk
lerose,
dissemin
ierte
Enzephalomyelitis, demyel
inisierende
Enzephalomyelitis, Ent
markungs-Enzephalomyelitis,
Polys
klerose,
Scleros
is
mu
ltiplex,
Scl
erose
en P
laque
dissem
inée
und Cha
rcot
Kran
kheit).
Nach einer Mitteilung in der Zeitung "Welt" vom 8.11.2002 gibt es einen neuen Therapieansatz gegen die Enzephalomyelitis disseminata (disseminierte, demyelinisierende Enzephalomyelits). Wissenschaftler der Universität Stanford fanden heraus, daß der gebräuchliche Cholesterinsenker Atorvastatin (Sortis®) bei Mäusen die Enzephalomyelitis disseminata verhindern kann. Auch der Zustand bereits erkrankter Tiere verbesserte sich.
Für die Schmerztherapie ist die Enzephalomyelitis disseminata (disseminierte, demyelinisierende Enzephalomyelits) von Bedeutung, da bei über 50% der betroffenen Patienten behandlungsbedürftige Schmerzen auftreten.
Schmerzen
können bei der Enzephalomyelitis disseminata (disseminierte,
demyelinisierende Enzephalomyelits) in vielerlei Gestalt auftreten.
Eine medikamentöse Schmerzbehandlung ist schwierig,
Analgetika
(= Schmerzmittel)
vom "peripheren" Typ helfen überwiegend nicht. Meist kommt man um die
Verordnung von Opioiden (= morphiumähnliche,
im Gehirn/Rückenmark wirkende Schmerzmittel) nicht
herum.
Auf jeden Fall sollte das zent rale Muskelrelaxans
(=
im Gehirn/Rückenmark wirkendes Mittel zur Muskelentspannung)
Baclofen (z.B. Lioresal®) versucht werden.
Die Kombination mit Antidepressiva
(z.B. Doxepin, Maprotilin) hat sich bewährt, auch oder besonders unter
schmerzdistanzierendem Aspekt.
Besonders Enzephalomyelitis-Patienten sind auf eine intensive psychologische Betreuung angewiesen (Krankheits- bzw. Schmerzbewältigung).
Da Schmerzen bei der Enzephalomyelitis
disseminata hpts. Ar me und Be ine betreffen, bietet sich als alternative
Schmerzbehandlung mit guten Erfolgsaussichten die
therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika)
in Form von wiederholten Nervenblockaden
(=
Nervenbetäubungen) an, in hartnäckigen
Fällen kontinuierlich
mit Katheter.
Das verwendete Lokalanästhetikum
(= örtliche Betäubungsmittel)
wird bei dieser Therapie verdünnt verabreicht, so daß nur die Sensibilität
und damit das Schmerzempfinden, aber nicht die Motorik (=
grobe Kraft) beeinträchtigt werden
und so begleitend physiotherapeutische Maßnahmen durchführbar sind, zumal bei Enzephalomyelitis-Patienten regelmäßig ein Rehabilitationsbedarf besteht.
Bei Schmerzen im Bereich der Ar me wird der sog. Plex us brachial is (= großes Armnervengeflecht) wiederholt betäubt, im Bereich der Be ine der Nervus femoral is (= vorderer Oberschenkelnerv) (vorderer, innerer Oberschen kel und innerer Anteil des Unterschenkels) und/oder der Isch iasnerv (Oberschenkelrückseite und seitlicher sowie rückwärtiger Unterschen kel sowie Fu ß).
Bei ca 3-5% der Patienten mit Enzephalomyelitis disseminata (disseminierte,
demyelinisierende Enzephalomyelits) tritt auch eine Trigemi nusneuralgie auf, und zwar überwiegend in der
"idiopathischen" Form.
Diese Art der Trigemi nusneuralgie kann allerdings nicht als "idiopathisch"
bezeichnet werden, da dieser Begriff einem primären Gesich tsschmerz
zugeordnet
ist, also ein eigenständiges Krankheitsbild darstellt. Nach dieser Definition
handelt es sich bei Trigemi nusschmerzen im Rahmen einer Enzephalomyelitis
disseminata (disseminierte,
demyelinisierende Enzephalomyelits) demnach um eine sekundäre Erkrankung.
Die Behandlung dieser Trigemi nusaffektion folgt den Grundsätzen zur Behandlung
einer idiopathischen Trigemi nusneuralgie, wobei die Behandlungsergebnisse unerklärlicherweise
noch besser als bei der idiopathischen Form sind.
Die Behandlung dieses Gesichtsschmerzes ist auf der Web-Seite www.trigeminus-neuralgie.de ausführlich beschrieben.
A
Ablatio mammae,
Algodystrophie,
Allodynie,
Amputation,
apoplektischer Insult,
Apoplex,
Armamputation,
periphere arterielle
Durchblutungsstörung,
arterielle
Verschlußkrankheit,
Arthralgie,
Arthrose (1),
Arthrose (2),
Arthrose im
Schultergelenk,
atypische Gesichtsschmerzen,
B
Bandscheibenprotrusion,
Bandscheibenvorfall,
Bandscheibenvorwölbungen,
Bechterew Krankheit,
Bechterew Syndrom,
Beinamputation,
Bein-offenes,
Beschleunigungstrauma,
Bewegungsschmerz,
Bing-Horton-Kopfschmerzen,
Bing-Horton-Syndrom,
Blasenentzündungen,
Borreliose,
Brachialgia paraesthetica,
Brachialgien,
Brennschmerz,
Brustamputation,
Brustoperation,
chronische
Brustwirbelsäulenschmerzen,
Bursitis,
Bursitis infrapatellaris,
Bursitis praepattelaris,
BWS-Syndrom
C
Carpaltunnelsyndrom,
cerebraler Insult,
Chondropathie,
Cluster-Kopfschmerzen,
Coccygodynie,
Colitis,
Colitis-ulcerosa,
Colitis ulzerosa,
Colon-irritabile,
Costen Syndrom,
Clusterkopfschmerz,
Coxarthrose,
Craniomandibuläre Dysfunktion,
CRPS,
D
Deafferenzierungsschmerzen,
diabetische Polyneuropathie, Dorsalgie,
Dysästhesien,
Dyspepsie,
Dystrophie,
Dystrophie-Syndrom
E
Eingeweideschmerzen,
Ellenbogenschmerz,
Engpaßsyndrome,
Enteritis,
Enteritis regionalis Crohn,
Enteritis regionalis,
Entzündung
der Kieferhöhle,
Entzündung
von Schleimbeitel, chronische
Entzündung der Stirnhöhle,
Entzugskopfschmerz,
Enzephalomyelitis, Epikondylitis,
Epicondylopathia,
Epicondylitis,
Erythromelalgie,
F
Facettensyndrom,
Fasciitis,
Fersensporn,
Fibromyalgie (1),
Fibromyalgie (2),
Fibromyalgie (3),
Fibromyalgie-Erkrankung,
Fibromyalgie-Syndrom,
Fibrositis-Syndrom,
Frozen Shoulder,
G
Gastralgie,
Gehirnblutung,
Gehirnschlag,
Gelenkschmerz,
Gelenkentzündungen,
Gesichtsrose,
Gleitwirbel,
Glossopharyngeusneuralgie,
Golferellenbogen,
Gonarthrose,
Gürtelrose
H
hämorrhagischer Insult,
Haglundferse,
Halbseitenlähmung,
Handgelenksarthrose,
Hemialgesie,
Hemikranie,
Hemiparese,
Hemiplegia,
Hemiplegie,
Herpes zoster,
Hirnblutung,
Hirnschlag,
Histaminkopfschmerz, Hörsturz,
Hüftarthrose,
Hüftgelenkarthrose,
Hüftgelenksentzündung,
HWS-Syndrom,
Hyperästhesie,
Hyperalgesie,
I
Idiopathischer Kopfschmerz,
Impingementsyndrom, Insertionstendopathie,
Insult, Intermediusneuralgie,
Ischialgie, Ischias,
Ischiassyndrom,
Ischiolumbalgie
K
Kalkaneodynie,
Karpaltunnelsyndrom,
Kniearthrose,
Kniegelenkarthrose,
Kniegelenksschmerzen,
Koccygodynie,
Kokzygodynie,
Kolitis,
Kolitis ulcerosa,
Kolon irritabile,
Kombinationskopfschmerz,
Kompressionssyndrom, Knochenentzündungen,
Kopfschmerzen vom
Spannungstyp,
Krämpfe in den Waden,
Krämpfe in der Wade,
Kraniomandibuläre
Dysfunktion,
Koxarthrose,
Krebserkrankung,
L
Lumbalgie,
Lumboischialgie,
LWS-Syndrom,
Lyme-Krankheit,
Lyme-Borreliose,
Lymphödem,
Lymphödeme
M
Magenschleimhautentzündung,
Mastodynie,
Metatarsalgie,
Migräne (1),
Migräne (2),
Mononeuropathie, Morbus
Bechterew,
M. Crohn (1),
Morbus Crohn (2),
Morbus-Krohn,
Morbus Scheuermann,
Morbus Sudeck,
Morton Neuralgie,
Myalgie,
myofaziales
Schmerzsyndrom
N
Nacken-Zungen-Syndrom,
Nasoziliarneuralgie,
Nebenhöhlenentzündungen,
Neck-tongue-Syndrom,
Nervenentzündung,
Nervenkompressionssyndrom,
Nervenwurzelkompressionssyndrom,
Neuralgie,
Neuritis,
Neuroborreliose,
Neuropathien,
O
Offene Beine,
offenes Bein,
Okzipitalsyndrom,
Omalgie,
Osteochondrose,
Osteochondrosen,
Osteochondrosis,
Osteoporose,
P
Paraparese, Paraplegia,
Paraplegie, paroxysmale
Hemikranie, Pelvipathie,
Periarthritis,
Periarthropathia humeroscapularis,
Periarthropathie,
periphere arterielle
Durchblutungsstörungen,
periphere arterielle Verschlußkrankheiten, Phantomschmerz,
Phantomschmerzen,
Polymyalgia,
Polyneuropathien,
Postherpetische Neuralgie,
Postdiskektomie-Syndrom,
Postdiskotomie-Syndrom,
Postnukleotomie-Syndrom,
Postthrombotisches Syndrom,
Posttraumatische
Kopfschmerzen,
Postzosterneuralgie,
Postzosterische
Neuralgie, Processus
styloideus-Syndrom,
Proktodynie,
Pronator teres-Syndrom,
pseudoradikuläre
Syndrome,
Pudendus-Neuralgie
Q
Querschnittlähmung,
Querschnittläsion,
Querschnittsläsion,
Querschnittssyndrom
R
Radikuläre Syndrome,
Raynaud,
Reflexdystrophie,
Reizdarm,
Reizdarm-Syndrom,
Reizdarmsyndrom,
Reizkolon,
Restless legs,
Restless-legs-Syndrom,
rheumatische Schmerzen,
S
Sakralgie,
Sakroiliitis,
Sakroiliakalgelenk,
Schaufensterkrankheit,
Schiefhals,
Schlaganfall,
Schleimbeutelentzündung,
Schleudertrauma (1),
Schleudertrauma
(2),
Schmerztherapie bei Karzinom,
Schmerzen bei
Entzündung,
Schmerzen bei Gürtelrose
/ Schmerzen nach Gürtelrose,
Schmerzen bei
Tumor, chronische
Schmerzmittelkopfschmerz,
Schmerztherapie bei Krebs,
Schmerztherapie
bei Malignom,
Schmerztherapie bei Polyneuropathie,
Schulter-Arm-Syndrom,
Schultergelenkarthrose,
Schultergelenksenzündung,
Schultergürtelkompressionssyndrom,
Schultersteife,
Sehnenentzündung,
Sehnenscheidenentzündung,
Sinusitis frontalis,
Sehnenscheidenentzündungen,
Sinusitis maxillaris,
Skalenussyndrom,
Skoliose,
somatoforme Schmerzstörungen,
Spannungskopfschmerz,
Spondylarthropathie,
Spondylarthrose,
Spondylarthrosen,
Spondylitis ankylopoetica,
Spondylolisthesis,
Spondylose,
Sprunggelenksarthrose,
Sudeck,
Sudeck Syndrom,
Sympathalgie, sympathische
Reflexdystrophie,
Symphysen-Syndrom,
Syndrom des Ischias,
Syndrom des
Skalenus,
Syringomyelie
T
Tendinose,
Tendopathie,
Tendomyopathie,
Tendovaginitis,
Tenosynovitis,
Tennisarm,
Thorakalsyndrom,
Thrombangiitis,
Tietze-Syndrom,
Trigeminus-Neuralgie,
Trigeminusneuralgie,
Tumorschmerz
(1),
Tumorschmerz (2),
Tumorschmerztherapie
U
Überlastungssyndrome,
Ulcera cruris,
Ulcus cruris,
Ulkus
cruris,
V
vaskuläre
Kopfschmerzen,
vasomotorischer-Kopfschmerz,
Verschlußkrankheit,
Vertebralsyndrom,
Verwachsungsbauch,
venöse Durchblutungsstörung,
Viszerale Schmerzen,
viscerale Schmerzen,
W
Wadenkrämpfe,
Wadenkrampf,
Weichteilrheumatismus,
Weichteilschmerzen,
Wirbelsäulensyndrom,
Wurzelkompressionssyndrome,
Wurzelreizsyndrom,
Wurzelsyndrom
Z
Zephalgie,
zentrales Schmerzsyndrom,
zerebraler Insult,
zentrale Schmerzsyndrome,
Zervikalgie,
Zervikobrachialgie,
Zoster-Neuralgie,
Zosterschmerz,
Zu Schmerzthemen, die Körperregionen und Organe betreffen, gelangen Sie
Zu Themen, die schmerztherapeutische Maßnahmen betreffen, gelangen Sie
Schmerzklinik (1): www.schmerzklinik-1a.de, Schmerzklinik (2): www.schmerzklinik-1.de